Und so starten wir am Morgen für eine kleine Tour auf das verhasste IJsselmeer.
Mit der „Großen“ ist es deutlich besser zu ertragen, aber immer noch nicht schön. Auch heute steht die kleine wabbelige IJsselmeer-Welle gegen uns und so kommen wir pünktlich eine Minute nach der Mittagspause an der Zufahrt nach Workum an.
Aber… wir wissen die Stunde gut zu nutzen
Wir können gut gestärkt den letzten Teil der Strecke genießen.
Am nächsten Tag holen wir in Lemmer die Autos ab, der Smart bleibt in Workum, und wir fahren für eine Woche nach Hause.
Oder besser: Sabine bleibt eine Woche nach Hause, Jörg wird die Woche nutzen, das Boot eines Freundes von Cuxhaven hierhin nach Workum zu überführen und dann mit dem Smart nach Hause fahren zu können.
Leider müssen wir schon wieder zurück ans Festland. Wichtige Termine stehen an.
Da wir die „Grosse“ eine Woche verlassen werden, möchten wir sie gerne in Workum liegen lassen, wo wir nur gute Erfahrungen gemacht haben. Dafür müssen wir aber durch die „Fake-Schleuse“, und das wird heute nichts mehr. Also bleiben wir für eine Nacht in Makkum.
Auf ins Salzwasser, wir sind reif für die Insel! Da wir das Boot auch unter Segeln kennenlernen möchten, entscheiden wir uns für Texel, da Wind und Gezeiten dafür günstiger sind.
Hier werden wir einige Tage einfach Urlaub machen, denn die nächsten zwei Tage soll das Wetter zum Segeln ungünstig sein.
Wir haben beim Hafenmeister ganz nett gefragt, ob wir uns unter Woche im relativ leeren Hafen an den Steg zu den ganz großen Booten legen dürfen, damit Finja es zum Spazieren und an den Strand nicht so weit hat – wer nett fragt, bekommt ein nettes JA.
Den ersten Tag bringen wir die „Große“ ein wenig zum Strahlen – Wahnsinn, was ein bisschen putzen ausmacht! Natürlich mit anschließender Belohnung.
Also werden wir heute bis nach Harlingen fahren, um morgen passend zu den Gezeiten starten zu können.
Mit einem größeren Boot ist auch eine größere Kaffeemaschine eingezogen.
Der nächste Luxus ist unterwegs „Kochen“ bzw. hier zumindest Kaffee machen zu können.
Wir machen vor der Seeschleuse im HWSV fest. Hier sind wir öfter schon vorbei gefahren und er liegt einfach günstig. Für Sabine ging es aber einmal in die Stadt, ein wenig einkaufen, bevor wir auf eine Insel übersetzen.
Im Mai-Urlaub haben wir auf Vlieland eine Rasmus 35 gesehen und gestaunt. Witzigerweise liegen wir jetzt genau neben DIESER.
Heute ist der große Tag! Wir fahren zum ersten mal mit der UND-WECH los.
Vorher wurden wir vom Vorbesitzer noch zum Abschiedsfrühstück eingeladen und dann ging es los, erst einmal über die Kanäle bis nach Leeuwarden, um das Boot kennenzulernen.
Wir liegen in Leeuwarden das erste Mal nicht in der Innenstadt, sondern in einem schönen Hafen vor Leeuwarden. Warum? Wir werden nicht wie geplant zuerst ins Lunegat fahren, sondern werden die passenden Rahmenbedingungen nutzen, um schnellstmöglich ins Salzwasser zu kommen.
Und so steht ein Urlaub an, der anders geplant war. Deshalb steht ein wenig extra Arbeit an. Die „Kleine“ muss ausgeräumt und die „Grosse“ eingeräumt werden. Also einmal ins Lunegat, um das Wichtigste für unseren Überführungstörn der Emka im neuen Boot zu haben.
Die „Kleine“ wieder zu sehen und sie auszuräumen, fühlt sich ein wenig wie Verrat an. Ändert aber nix… Also: ran!
Nein, das war NICHT nur das nötigste, Platz im Auto und halbe Leerfahrt geht ja mal gar nicht! So wurde das Auto VOLL gepackt und im Prinzip war alles für den Urlaub untergebracht – Danke Touran, du hast soooo viel Platz!
Auf zu der „Großen“, die übrigens zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte, denn den alten Namen „CORA II“ werden wir nicht weiter führen.
Ich habe selten so geschwitzt, es war definitiv mit 29 Grad Außentemperatur zu warm für diese Aktion. Aber es hat sich gelohnt! Die „Große“ ist Urlaubsreif!
Durch Zufall fiel uns eine Anzeige „Boot zu verkaufen“ ins Auge. Anschreiben und sich informieren schadet ja nie.
Der Link ging zu „Kleinanzeigen“ und siehe da, der Besitzer wohnt quasi im Nachbar-Dorf. Nach einer netten Mail mit „Grüßen aus der Nachbarschaft“ haben wir uns getroffen, um mehr über das Boot zu erfahren.
Alles klang großartig, wir konnten uns vorstellen, dass dieses Boot zu uns passt. Und so kam es tatsächlich zur Besichtigung und… ZUM KAUF!
Sie ist eine EMKA 31 mit folgenden Spezifikationen
Rumpflänge: 9,18 m Breite: 3,05 m Höhe über Wasserlinie: 12,82 m Tiefgang: z. Zt. 1,40 m, hat aber einen Hubkiel Stehhöhe 1,86 m
Bug- und Achterkoje je 2 Schlafplätze Großer Salon mit ebenfalls 2 Schlafplätzen
Dieseltank 65 l Wassertank: 60l Fäkalientank: 60 l
Motor Yanmar 2 GM 20 im Oktober 2003 Propeller 24 x10 Rh 3 BL 25 mm
Mast, stehendes Gut, Rollfockanlage 2017 NEU
Heizung, Gaskocher, 3 Batterien, Landanschluß mit Batterieladegerät,komplette Segel mit Roll-Genua, Kuchenbude, Autopilot: Raymarine ST 1000t, Garmin Plotter mit Europakarte
Herzlich Willkommen in unserer Familie, wenn alles klappt startet Ende August schon die erste gemeinsame Zeit!
Wir sind für unsere Verhältnisse sehr zeitig wach, damit wir mit Öffnen der Brücken um 9:00 Uhr in Leeuwarden starten können – wir ist relativ: Jörg mit dem Boot, ich lass den Golf in Leeuwarden am Bahnhof stehen, denn der Touran hat in Kampen Sehnsucht nach uns, und ich hole ihn heute in unseren Sommerhafen: Lunegat..
Als ich mit Cindy auf unserer Morgenrunde bin, bekommen wir unerwartet lieben Besuch. Vor einigen Jahren haben wir Jan auf Vlieland kennengelernt, der mit seinem Motorboot unterwegs war, in Leeuwarden wohnt und wir ihm am Vorabend geschrieben hatten, dass wir unplanmäßig in seiner Stadt eine Nacht verbringen. Und so stand er morgens – sogar mit Hundeleckerlis – am Boot, um uns einfach nur „Hallo“ zu sagen. Wir haben uns wirklich sehr gefreut – Danke Jan!
Es kam, wie es kommen musste… unser Zeitplan ist relativ eng, damit wir möglichst zeitgleich im Lunegat ankommen, damit wir gemeinsam anlegen können. Aber auch hier sind uns niederländischen Nachbarn deutlich besser organisiert – der Ersatzbus steht bereit und ist sogar kostenlos! Ich muss erst ab Zwolle zahlen.
Und so bin ich nicht viel später als geplant in Kampen.
Besonders gefallen mir in den NL-Zügen die „Silence“ -Abteile… keine Telefonate oder nervige laute Unterhaltungen!
Ja, auch der Touran steht in noch Kampen und springt prompt an.
Jörg kommt gut durch die Brücken, auch in Dokkum und so muss ich zusehen, dass ich rechtzeitig am Hafen bin.
Ich bin jedesmal wieder überrascht, wie freundlich und offen die Niederländer sind, wenn man freundlich ist. Ich habe den Schleusenwärter nett gefragt, ob ich ausnahmsweise im Schleusenbereich auf meinen Mann mit der BINOM warten darf, der Einhand unterwegs ist – natürlich durfte ich und die Schleuse stand offen für Jörg bereit.
Und so waren wir keine 10min später im Hafen Lunegat.
Auch hier – wie wir es aus dem Vorjahr kennen – wurden wir vom Hafenmeister sehr zuvorkommend betreut, wir haben einen Liegeplatz über den Sommer bekommen, und es war so unkompliziert.
Heute geht es noch nach Hause, Jörg mit den Monstern im Touran, mich setzt er am Bahnhof ab, ich verpasse um 30sek den Zug und nutze die Zeit standesgemäß mit Pommes in Buitenpost und einem Kaffee in Leewarden.
Mindestens ein Monster war nicht traurig, wieder zuhause zu sein